Hintergrund

Wie ein Bambus-Schulungszentrum in Ghana zur Armutsbekämpfung und zum Umweltschutz beitragen kann

Ein Projekt zur Förderung der Entwicklungszusammenarbeit in Ghana

 

Ghana ist ein sehr junges Land. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre. Die sozialen Probleme der Kinder und Jugendlichen stellen für das Land besondere Entwicklungsherausforderungen dar. Ganz besonders in den ländlichen Regionen finden Jugendliche sehr begrenzt Zugang zu Bildung, Ausbildung und dem Arbeitsmarkt. Fehlende Einkommensmöglichkeiten gehen einher mit Armut, Hunger, Unterernährung, Krankheiten, sowie Schutz- und Obdachlosigkeit.

Ausbildung, persönliches und professionelles Wachstum, Perspektiven und Produktivität der Jugendlichen sind Schlüsselfaktoren für den Fortschritt und die Zukunft einer Gesellschaft. Daher ist es unerlässlich, die Lebenssituation, Hoffnungen und Wünsche von Kindern und Jugendlichen in Ghana als integrale Bestandteile sozioökonomischer Entwicklungsbemühungen zu adressieren.

Der Arbeitsmarkt in Ghana weist einen hohen Grad an Informalität und selbstständiger Beschäftigung auf. Rund 80 % der Bevölkerung ist im informellen Sektor beschäftigt, in den meisten Fällen ohne formelle Berufsausbildung und ohne soziale Absicherung.

Solide Arbeitsmarktstrukturen und der Aufbau nachhaltiger Beschäftigung nehmen in der ghanaischen Entwicklungsagenda sowie der internationalen Entwicklungszusammenarbeit heute einen größeren Stellenwert ein als je zuvor. Denn Arbeit und Beschäftigung ist zentral für die menschliche Existenz, Identität und Wohlbefinden. Im Kontext der Armutsbekämpfung ist Beschäftigung ein unentbehrliches Element, denn es ist der Weg zu Einkommen, Gesundheit, Zufriedenheit, Sicherheit, oder was jeder Einzelne für sich als Ziel von Entwicklung definiert. Menschen mit Beschäftigung (abhängig oder selbstständig) sind seltener arm, sind produktiver, haben eine längere Lebenserwartung und können ihren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen. 

Die wirtschaftliche Lage Ghanas ist enorm abhängig vom Export einiger weniger Güter wie Gold, Erdöl und Kakao und wird somit von den schwankenden Weltmarktpreisen für diese Güter stark beeinflusst. Auch Holz steht auf der Exportliste, obwohl die alarmierend schnell schwindenden Waldflächen ein großes umweltpolitisches Thema in Ghana sind. 

Die Regierung hat das Potenzial bereits erkannt, Bambus als Alternative und Ergänzung zu den wirtschaftlich genutzten Holzarten zu verwenden. In 2002 etablierte die Regierung zusammen mit der Internationalen Bambus und Rattan Organisation (INBAR) das Bambus und Rattan Entwicklungsprogramm BARADEP. 

Dennoch geht die Entwicklung des Bambussektors in Ghana bisher nur langsam voran. Meist fehlen die nötigen Mittel und Informationen über die Herausforderungen und Möglichkeiten, um die Durchführung angemessener Interventionen und einen effizienten Gebrauch der Ressource zu ermöglichen. 

Die ländliche Bevölkerung Ghanas ist am meisten betroffen von der Armut und Ungleichheit im Land. Gleichzeitig sind sie es, die von dem großen Bambusvorkommen im Land und der nachhaltigen Nutzung dieser Ressourcen am meisten profitieren können. Allerdings wissen nicht viele von dem enormen Potential, das die Bambuspflanze in sich trägt. Auch die Unkenntnis darüber, dass Bambus behandelt und dauerhalt haltbar gemacht werden kann, trägt dazu bei, dass der Bambuspflanze in Ghana bisher nur wenig Wertschätzung in der Bevölkerung erfährt.

Wissenstransfer und Training sind notwendig, damit die Menschen, die dort leben wo der Bambus wächst, den Nutzen und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten dieses Naturschatzes entdecken können.

Projektziele

Oberziel

Bessere Lebensgrundlagen für Menschen in ländlichen Regionen Ghanas durch nachhaltige Entwicklung im Bambussektor

Unterziele

  1. Besserer Zugang zu Ressourcen, Wissen und Know-How rund um Bambus
  2. Bessere Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten für junge Menschen in ländlichen Gebieten
  3. Verbesserte Biodiversität und nachhaltige Nutzung von Bambusressourcen

 

Aktivitäten

  • Bau eines Schulungszentrums in Brong Ahafo Region, Ghana

  • Schulung und Training für junge Menschen im Bambus-Business:

 Kultivierung & Ernte,
 Behandlung
 Weiterverarbeitung & Produktdesign 

  • Workshops und Training für Start-ups und kleine Unternehmen

Standort: Techiman, Brong Ahafo Region, Ghana